Idee

Die im Jahr 2006 von der Stiftung Deutsche Sporthilfe initiierte Hall of Fame des deutschen Sports ist ein Forum der Erinnerung an Menschen, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben. Dazu gehören Athleten und Trainer ebenso wie Funktionäre und Gestalter. Die Hall of Fame des deutschen Sports soll dazu beitragen, die mehr als hundertjährige Geschichte des deutschen Sports und seiner Persönlichkeiten im Gedächtnis zu bewahren und Diskussionen darüber anzuregen.

Henry Maske wurde 1988 Olympiasieger, 1989 Weltmeister und Europameister. Als Leitfigur des wiedervereinigten Deutschlands begründete er den Box-Boom der 90er Jahre. (Foto: picture alliance)
Steffi Graf war in den 80er Jahren der Tennis-Liebling der Nation. 1988 gewann sie die vier Grand-Slam-Titel und holte Gold bei Olympia in Seoul. (Foto: picture alliance)
Heide Ecker-Rosendahl und Renate Stecher prägten mit ihren Leistungen die 70er Jahre und damit auch das Duell der BRD gegen die DDR bei den olympischen Spiele 1972 in München. (Foto: picture alliance)
Hans-Jürgen Bäumler und Marika Kilius bildeten in den 1960er Jahren das deutsche „Traumpaar“ im Eiskunstlauf. Sie siegten zweimal bei Welt- und sechsmal bei Europameisterschaften. (Foto:picture alliance)
Der Kapitän der Fußball-Weltmeistermannschaft von 1954, Fritz Walter, war eine der populärsten deutschen Sport-Persönlichkeiten nach 1945. Er bestritt 61 Länderspiele, in denen er 33 Tore erzielte. (Foto: picture alliance)
Mit seinem Sieg über den als unbesiegbar geltenden Joe Louis wurde Max Schmeling 1936 zum Idol. Als einer der populärster Sportler steht er stellvertretend für die Zeit von 1933 bis 1945. (Foto: picture alliance)
Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen war Carl Schuhmann mit vier Gold-Medaillen einer der erfolgreichsten Athleten. Bis heute steht er stellvertretend für alle Sportler bis 1933. (Foto: picture alliance)
Harry Valérien berichtete über vier Jahrzehnte hinweg von Olympischen Spielen und engagierte sich gegen Doping. Er repräsentiert einen der vielen Gestalter & Denker des deutschen Sports. (Foto: picture alliance)

Leitgedanke

Der Deutschen Sporthilfe als Initiator ist bewusst, dass die Hall of Fame des deutschen Sports aufgrund der Geschichte Deutschlands eine besondere Herausforderung ist. Mit der Einrichtung und Weiterentwicklung der Ruhmeshalle ist ein Erinnerungs- und Aufklärungsprozess in Gang gekommen, der auch unangenehme Wahrheiten nicht verschweigen soll. Die sportlichen Erfolge der aufgenommenen Persönlichkeiten werden stets im Kontext ihrer jeweiligen Zeit dargestellt und auch etwaige Verfehlungen werden benannt, um Diskussionen anzuregen. Auch die Aberkennung der Zugehörigkeit ist - bei entsprechendem neuen Kenntnisstand – grundsätzlich möglich. Die Hall of Fame des deutschen Sports wird in ihrer Entwicklung von Fachleuten begleitet, erhebt für sich allerdings nicht den Anspruch, selbst wissenschaftlich zu sein, und ist daher auch als Forum für wissenschaftliche Auseinandersetzungen nicht geeignet.

Sportliche Vorbilder und die Erinnerung an ihre großen Erfolge sind Motivation für die nachfolgenden Generationen, sich dem Leistungssport zu verschreiben. Deswegen fördert die Deutsche Sporthilfe den Dialog über die Vergangenheit. Viele Fragen sind schwer zu beantworten. Doch die Auseinandersetzung mit ihnen stellt sicher, dass die Sporthilfe-Botschaft – „Leistung. Fairplay. Miteinander.“ – im Sport gültig bleibt.

„Der Sport ist in ganz besonderer Weise geeignet, über das kollektive Gedächtnis historisches Bewusstsein zu bilden“, hat der Historiker Thomas Mergel bei der Gründungsfeier 2008 gesagt. Dieser Verantwortung stellt sich die Sporthilfe: Damit die Geschichte des deutschen Sports und seiner großen Persönlichkeiten im Gedächtnis unseres Landes bewahrt bleibt, und damit wir aus den Diskussionen über die Vergangenheit für die Zukunft des Spitzensports lernen.

„Eine Hall of Fame hat einen anderen Sinn, als könnte sie ein gerechtes Urteil über die Geschichte des Sports sprechen“, deutet der Philosoph Gunter Gebauer, Redner bei der Neuaufnahme von Mitgliedern 2011. Gebauer sieht die Hall of Fame des deutschen Sports als Brücke zwischen dem Land, seinen herausragenden Sportlern und dem Gedächtnis seiner Bürger. „Ein Gedächtnis, das die kleinen Geschichten unseres privaten Lebens durch die Vermittlung der Sportgeschichten mit der großen Geschichte zu einem festen Knoten zusammenbindet.“